Studentenwohnheim mit historischer Bedeutung

In der Seeburgstraße 47 steht ein geschichtsträchtiges Gebäude; zur Erinnerung wurde nun eine Gedenktafel eingeweiht.

Einige unserer Studentenwohnheime sind neueren Baujahrs, andere haben schon eine Menge Geschichte erlebt: Im Studentenwohnheim in der Seeburgstraße 47 wohnte von 1872 bis 1874 das Ehepaar von Herzogenberg. Er, Heinrich von Herzogenberg, wurde 1843 in Graz geboren und war ein österreichischer Komponist. Elisabeth von Herzogenberg (geb. von Stockhausen), wurde 1847 als Tochter eines hannoverschen Diplomaten in Paris geboren, war u.a. Pianistin, Komponistin und Sängerin.

Zusammen zogen sie 1872 nach Leipzig. Heinrich von Herzogenberg gründete hier 1874 gemeinsam mit Franz von Holstein, Philipp Spitta und Alfred Volkland den Leipziger Bach-Verein. Den Chor leitete Herzogenberg von 1876 bis 1885 mit Unterstützung seiner Frau. Dank des Bach-Vereins konnte das Kantatenwerk Bachs erstmals einem größeren Publikum in Leipzig zugänglich gemacht werden.

Zur Erinnerung an das Ehepaar Herzogenberg wurde am denkmalgeschützten Gebäude des Studentenwohnheimes in der Seeburgstraße 47 eine Gedenktafel angebracht. Das Gebäude ist nicht nur von musikhistorischer Bedeutung: Es ist zudem das letzte neogotische Backsteingebäude in freistehender Giebelbauweise in Leipzig.

Erbaut wurde das Haus 1855. Seine rötliche Backsteinfassade macht es zu einem besonderen Gebäude, mit dessen aufwendiger Sanierung das Studentenwerk einen großen Beitrag zur Erhaltung des historischen Wertes der Stadt Leipzig leistete. In dem modern sanierten Wohnheim wurden 36 Studenten-Apartments geschaffen. Im Sommer 2012 zogen die ersten Studierenden ein. 

Die Seeburgstraße 47 im Wandel

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