Erhöhung der Wohnheimmieten beim Studentenwerk Leipzig für 2023 beschlossen

Erhöhung der Betriebskostenpauschale um bis zu 35 Euro pro Platz und Monat ab 1.2.2023 / Weitere Erhöhung der Grundmiete ab 1.6.2023 vorgesehen / Online-Sprechstunde des Studentischen Wohnens und der Sozialberatung für Finanzierungsfragen

Aufgrund der anhaltenden Inflation und der Energiekrise erwartet das Studentenwerk Leipzig für 2023 nach aktuellem Stand drastische preisbedingte Kostensteigerungen für Fernwärme und Strom sowie für Instandhaltungsleistungen und sieht sich daher gezwungen, für 2023 die Mietpreise in den Studentenwohnheimen zu erhöhen.

Preisanpassung unter Vorbehalt geplant

Die Preisanpassung wird in zwei Stufen umgesetzt. Zum 1. Februar 2023 wird die Gesamtmiete aufgrund der steigenden Energiekosten um 35 Euro pro Platz und Monat angehoben. Dies steht allerdings unter Vorbehalt: Der Erhöhungsbetrag wird reduziert, wenn staatliche Ausgleichsmaßnahmen zu einer geringeren Prognose der Betriebskosten für 2023 führen. Aktuell wird auf Bundesebene noch über die Energiepreisbremsen verhandelt. Sollten diese oder andere staatliche Ausgleichsmaßnahmen doch noch zu einer geringeren Vorkalkulation der Betriebskosten für 2023 führen, wird der Erhöhungsbetrag kurzfristig entsprechend reduziert.

Eine weitere Finanzierungslücke droht dem Studentenwerk durch die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Instandhaltungskosten der Studentenwohnheime, erklärt Monika Schwarzenberg, Abteilungsleiterin Studentisches Wohnen: "Regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen sind notwendig, um die Vermietbarkeit der Studentenwohnheime aufrecht zu erhalten und eine hohe Versorgungsquote zu gewährleisten. Die bisher über die Miete eingenommen Mittel für Instandhaltung reichen angesichts dieser Kostensteigerungen leider nicht mehr aus, um die tatsächlich anfallenden Instandhaltungskosten zu decken. Deshalb müssen wir in einem zweiten Schritt ab 1. Juni 2023 die Miete mit differenzierten Beträgen je nach Wohnform nochmals um durchschnittlich 30 Euro erhöhen. Die Höhe der zweiten Mietpreisanpassung werden wir allen Mieterinnen und Mietern abhängig von der Entwicklung im Januar 2023 kommunizieren".Um Finanzierungsfragen aufgrund der Erhöhung direkt mit Mieterinnen und Mietern der Wohnheime zu besprechen, bietet das Studentische Wohnen gemeinsam mit der Sozialberatung des Studentenwerkes Leipzig am 22. Dezember 2022 eine Online-Sprechstunde an.

Infos zur Online-Sprechstunde

Wir fordern stärkere Unterstützung für Studierende

Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerkes Leipzig erklärt: "Weder den Vertreter:innen in unserm Verwaltungsrat noch uns selbst sind diese schmerzhaften Beschlüsse leicht gefallen. Die schwierige finanzielle Lage der Studierenden aufgrund der Inflation ist uns als Studentenwerk sehr bewusst. Das studentische Budget ist schon ohne Krisen meist auf Kante genäht. Die Corona-Pandemie führte viele Studierende bereits finanziell aber auch psychisch an die Belastungsgrenze. Die aktuellen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Mietkosten sind da für viele kaum zu stemmen. Für die Studentenwerke sind die Landeszuschüsse und staatliche Entlastungsmaßnahmen von Inflationsauswirkungen von enormer Bedeutung, um die sozialen Preise in Studentenwohnheimen und Mensen aufrechterhalten zu können. Deshalb fordern wir über unseren Dachverband, das Deutsche Studentenwerk, von der Bundesregierung eine stärkere Unterstützung der Studierenden und auch Nachbesserungen bei den aktuellen Entlastungsmaßnahmen."

Gemäß Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2021 37,9% der Studierenden armutsgefährdet, während der Anteil der armutsgefährdeten Menschen an der Bevölkerung in Deutschland insgesamt 15,8% betrage. Dazu erklärt Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks: "Beim BAföG ist der Handlungsdruck groß: Der Grundbetrag muss so rasch wie möglich erhöht werden, ebenso die Wohnkostenpauschale, und wir brauchen beim BAföG nun ebenso rasch einen automatischen Inflationsausgleich, wie er bei anderen Sozialleistungen Standard ist. Das BAföG muss regelmäßig an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst werden. Das ist die beste Armutsprophylaxe. Die multiplen Krisen belasten auch die internationalen Studierenden in Deutschland. Da sie monatlich über 140 Euro weniger Einnahmen verfügen als deutsche Studierende, sind Preiserhöhungen für sie gravierend. Wer die Studierenden finanziell entlasten will, muss auch die Studierendenwerke entlasten. Die Länder sind gefordert, ihre Studierendenwerke finanziell stärker zu unterstützen, damit diese die enormen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln nicht in Form von höheren Mieten, höheren Mensaessenspreisen oder höheren Sozialbeiträgen an die Studierenden weitergeben müssen."