Der finanzielle Druck auf internationale Studierende steigt

Eine Befragung internationaler Studierender von 2016 legt erhöhte Belastungen durch studentische Nebentätigkeiten und steigenden Mietkosten offen.

Die Ergebnisse der Befragung bildungsausländischer Studierender im Rahmen der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks für das Jahr 2016 sind nun veröffentlicht worden.  In dem Bericht wurde deutlich, dass internationale Studierende vor erhöhten Herausforderungen stehen, um ihr Studium finanzieren zu können. So heißt es in dem Bericht: "Ausländische Studierende haben durchschnittlich 140 Euro weniger zur Verfügung als inländische Studierende. Etwa die Hälfte der ausländischen Studierenden arbeitet neben dem Studium."

Unterschieden wird zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Herkunftsländern. Studierende aus einkommensstarken Herkunftsländern geben anteilig häufiger als Studierende der anderen Gruppen an, Einnahmen aus Stipendien, Ersparnissen, von Verwandten und Bekannten, in Form von BAföG sowie aus übrigen Quellen zu haben. Im Gegensatz dazu nehmen Studierende aus einkommensschwachen Herkunftsländern häufiger Bankdarlehen in Anspruch.

Erheblich ist zum Teil auch die Zeit, die neben dem Studium für studentische Nebentätigkeiten aufgewendet werden muss. So gibt ein Fünftel der erwerbstätigen Bildungsausländer, an mindestens fünf Tagen in der Woche zu arbeiten. Ein weiteres Drittel arbeitet wöchentlich an mindestens drei Tagen in der Woche und etwa zwei Fünftel arbeiten an ein bis zwei Tagen. Zudem geben 45 Prozent der erwerbstätigen Studierenden an, dass sie gerne weniger arbeiten würden, um mehr Zeit in ihr Studium investieren zu können. Doch dies ist selten möglich, da viele Studierende auf das Einkommen angewiesen sind. Die mit Abstand meisten internationalen Studierenden, also drei Viertel der Befragten, verdienen neben dem Studium Geld, weil es für sie zur Bestreitung des Lebensunterhalts unbedingt notwendig ist. Bei den deutschen und bildungsinländischen Studierenden sind es zum Vergleich 59 Prozent. Erschwerend hinzukommt, dass etwa ein Siebtel der ausländischen Studierenden nach eigener Aussage erwerbstätig ist, weil sie ihre Partner, Partnerinnen, Kinder und andere Angehörige mitfinanzieren müssen.

Eine große finanzielle Belastung erfahren internationale Studierende verstärkt durch steigende Mietpreise. Knapp die Hälfte berichtet von großen oder sehr großen Schwierigkeiten. Die Mietkosten sind deutschlandweit zwischen 2012 und 2016 um 15 Prozent gestiegen. Die monatlichen Einnahmen sind im gleichen Zeitraum lediglich um 3,6 Prozent gestiegen. Wohnheime sind unverändert die kostengünstigste und daher auch die beliebteste Wohnform bei internationalen Studierenden.

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